Was für ein Abend mit Dominik Bloh! Über 70 Personen hielten teilweise den Atem an. Dominiks Schilderungen zogen uns alle in ihren Bann. Nachdenkliche, teilweise schockierte Gesichter nach dem Vortrag. Und ein Dominik, der optimistisch und mutig die Stimme für gut 1 Million Obdachlose in Deutschland erhebt. Es geht nicht um „Leben“ auf der Straße. Es geht ums „Überleben“. Viele von uns haben sicherlich über das, worum es wirklich auf der Straße geht noch nie nachgedacht. Niemand weiß, aus welchen Gründen ein anderer Mensch so lebt, wie er lebt. Deshalb sollte auch niemand über einen anderen Menschen richten. Lieber nachfragen. Dominik erzählt von seiner Schulzeit, seiner Motivation Abitur zu machen, von Menschen, die einfach helfen ohne nachzufragen, Scham, Schulden, Mut, Courage und seinem Unternehmen, das er gegründet hat. GoBanyo. Ein mobiler Bus, in dem Obdachlose sich waschen können. Dusche, Waschbecken und Toilette in einem Raum. Für uns selbstverständlich. Dominik erzählt uns, wie schwierig es ist, die tägliche Hygiene durchzuführen und was es für Konsequenzen hat, diese Möglichkeit nicht zu haben. Ständig ausgegrenzt, die eigene Scham..Nur zwei Punkte auf einer langen Liste. GoBanyo gibt Obdachlosen die Möglichkeit auf eine halbe Stunde Privatshäre und Hygiene. Dieses Projekt ist einmalig in Deutschland. Das und vieles mehr haben wir gestern erfahren dürfen. Und immernoch ist vieles offen, das wir nicht wissen, vom Überleben auf der Straße.
Jeder, der gestern Abend dabei war, wird künftig mit anderen Augen durch die Straßen gehen, über vieles Nachdenken, vielleicht einiges ändern. Klar ist, Veränderung beginnt immer bei uns selbst. Damit ist viel mehr getan, als jeder denkt. Danke Dominik! Mach weiter so!